Pressespiegel 2000

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HAZ vom 30.06.2000
HAMELN-PYRMONT/ Beschäftigungsgesellschaft bietet
Schulung und Beratung aus einer Hand
Neue Impulse für Langzeitarbeitslose

Einen ungewöhnlichen Ortstermin hatten die Mitglieder des Sozialausschusses des Landkreises Hameln-Pyrmont jetzt im Vorfeld ihrer Sitzung. Denn anstatt wie gewohnt im Kreishaus zu beraten, machten sie sich auf zu einem Rundgang durch Lagerhallen, Werkstätten und Schulungsräume der Gesellschaft "Impuls" im Gebäude des ehemaligen Süßen Kaufhauses in der Werkstraße in Klein Berkel. Wo einst Kekse, Pralinen und Bonbons die Regale füllten, werden jetzt defekte Waschmaschinen in Stand gesetzt, Papiere geschreddert und Holzpaletten angefertigt. Ehemalige Langzeitarbeitslose arbeiten dort.
Wolfgang Meier, Geschäftsführer der Gesellschaft, informierte die Ausschussmitglieder über die Aufgaben- und Arbeitsbereiche von "Impuls". Dazu gehört das Angebot von verschiedenen Dienstleistungen für Unternehmen in der Region, die berufliche Qualifizierung von Sozialhilfeempfängern sowie Hilfe und Beratung bei der Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt.
Insgesamt beschäftigt "Impuls" derzeit etwa 140 Mitarbeiter. Darunter 60 ehemalige Sozialhilfeempfänger, die ein einjähriges Qualifizierungsprogramm in den Berufsfeldern Holz- und Metallverarbeitung, Altenpflege und Hauswirtschaft durchlaufen. "Etwa zwei Drittel der hier geschulten Mitarbeiter haben im An-schluss eine Stelle gefunden", sagt Meier. Die bisherigen Vermittlungserfolge sprechen nach Ansicht des Geschäftsführers für das Konzept von "Impuls".
Finanziert wird das Programm unter anderem aus den Sozialfonds des Landkreises und der Europäischen Union. Ziel ist es, die Teilnehmer durch Schulungen und Betriebspraktika mit den Erfordernissen des Arbeitsmarktes vertraut zu machen und ihre Chancen bei der Stellensuche zu verbessern. Vom 1. August an wird "Impuls" mit Förderung des Arbeitsamtes auch eine Dienstleistungsagentur für Tätigkeiten im häuslichen Bereich eröffnen. Darüber hinaus sind zahlreiche Mitarbeiter mit Gartenbau und Gartenpflege beschäftigt. Die Mitarbeiter von "Impuls" setzen zur zeit den Ohrbergpark in Stand.
Ein weiteres Angebot von Impuls ist das so genannte Eingliederungsbüro, mit dem eine wesentliche Kontaktstelle zwischen Arbeitssuchenden und Arbeitgebern geschaffen werden soll. Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger erhalten dort Rat und Unterstützung bei der Stellensuche und können gezielt an Firmen und Betriebe, die Mitarbeiter suchen, vermittelt werden. Hierfür gewährt der Landkreis aus dem Sozialetat auch Lohnkostenzuschüsse. Darüber hinaus ist die Gesellschaft derzeit mit der Abwicklung von Sozialplänen für zwei regionale Industrieunternehmen betraut. Freigesetze Mitarbeiter können an Schulungen und Fortbildungen teilnehmen und werden bei der Suche nach einer neuen Stelle unterstützt. "Mit dieser Angebots- und Leistungspalette und durch die enge Kooperation mit der Arbeitsverwaltung und dem Landkreis verfügt Impuls über gute Chancen, in den kommenden Jahren einen wirksamen Beitrag zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit zu leisten", ist sich Meier sicher.
kiw

"Impuls" will kompetenter Ansprechpartner sein
Im Mai 1999 hatte der Landkreis Hameln- Pyrmont zusammen mit der Kreishandwerkerschaft, dem DGB-Bildungswerk Arbeit und Leben sowie dem Kuratorium für Wirtschaftsförderung die Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft "Impuls" ins Leben gerufen. Die bisherige "Beschäftigungsförderung" des Landkreises wurde in eine GmbH überführt und gleichzeitig der - bis dahin im Wesentlichen vom Arbeitsamt Hameln unterstützte - Betrieb der "Aktion Beschäftigung" übernommen. Durch eine "von einer Hand" koordinierte Förderung soll mehr für die berufliche und soziale Integration von Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern getan werden. Die neue Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, kompetenter Ansprechpartner zu sein, sowohl für die Arbeitslosen bei der Suche nach einem Job, als auch für Unternehmen, die Personal brauchen. Die jeweils nur befristet Beschäftigten sollen durch Arbeitserfahrungen so weit qualifiziert werden, dass sie langfristig wieder eine Anstellung auf dem "ersten" Arbeitsmarkt finden.
kiw

 

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DeWeZet vom 04.07.2000
Für die berufliche Integration von Arbeitslosen Impulse geben
Ausschuss für Gesundheit und Soziales besichtigte Beschäftigungsgesellschaft

Hameln-Pyrmont (pj).
Die Beschäftigungsgesellschaft wurde vor etwas mehr als einem Jahr gegründet. Seitdem half sie schon zahlreichen Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern zurück in Lohn und Brot. Um sich ein Bild von der Arbeit der Gesellschaft "Impuls" zu machen, lud der Ausschuss für Gesundheit und Soziales in die Werkstraße ein.

Geschäftsführer Wolfgang Meier stellte Impuls vor und führte die Politikerinnen und Politiker durch die Einrichtung, im Haus des ehemaligen Süßen Kaufhauses in Klein Berkel. In der Fabrik und im Bürogebäude sind heute 140 Personen beschäftigt. Sie arbeiten im Recyclingbetrieb, in beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen und in der Beratung von Langzeitarbeitslosen.
Im Betrieb sind rund 50 ehemalige Langzeitarbeitslose in den Bereichen Papierrecycling, Aktenvernichtung, Garten- und Landschaftsbau und anderen Dienstleistungen beschäftigt.
Es sollte für die berufliche und soziale Integration von Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern im Landkreis mehr getan werden - das war der Ausgangspunkt für die Gründung der Beschäftigungsgesellschaft. Beschäftigung aus einer Hand, hieß das Stichwort. Die Gesellschaft will ein kompetenter Ansprechpartner für die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger und auch für Unternehmen sein, die spezielles Personal suchen.
Bei Impuls sind Landkreis und Arbeitsamt mit im Boot. Durch das Expo-Projekt Ohrbergpark macht die Beschäftigungsgesellschaft auf sich aufmerksam. "Bei der Arbeit am Projekt sollen befristet Beschäftigte Arbeitserfahrung sammeln und schließlich so weit qualifiziert sein, dass sie langfristig wieder Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt finden", betonte Wolfgang Meier.
Und er führte weiter aus, dass mit Unterstützung des Sozialfonds der EU und des Landkreises Hameln-Pyrmont einjährige Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Zur Zeit nehmen 60 Personen daran teil. Ab August kommt noch als eine vom Arbeitsamt geförderte Maßnahme eine Dienstleistungsagentur für Tätigkeiten im häuslichen Bereich hinzu.
Das Eingliederungsbüro von Impuls ist die Schnittstelle zwischen Arbeitssuchenden und Arbeitgebern, erklärte Impuls-Büroleiter Holger Reineke. Ziel ist es, 250 Personen jährlich zu vermitteln. Der durchschnittliche Aufwand für die Vermittlung beträgt 22000 Mark, wie Meier ausführte. Würde Sozialhilfe gezahlt, kämen 24 000 Mark zusammen.
Im Etat von Impuls stehen 6,2 Millionen Mark jährlich. Wie Holger Reineke erklärte, sollen durch den Betrieb 1,4 Millionen Mark erwirtschaftet werden. Was in Klein Berkel alles gefertigt wird, davon machten sich die Politiker vor ihrer öffentlichen Sitzung ein Bild. Kreistagsabgeordneter Peter Metzger fragte, ob es nicht zur Konkurrenz mit heimischen Firmen komme. Holger Reineke versicherte, dass es keine Probleme gibt. Im Gegenteil, man arbeite gut zusammen - bei Impuls ausgebildete Arbeiter seien von Firmen, die ähnliche Aufträge ausführen, übernommen worden. Auch beim Projekt Ohrbergpark gebe es keine Konkurrenz, die Pflege des Parks für gewerbliche Betriebe uninteressant sei."


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Pressemitteilung vom 14.11.2000
Landkreis, Arbeitsamt und Impuls arbeiten zusammen


Der Kreistag hat am 17.10.2000 der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landkreis Hameln-Pyrmont, Arbeitsamt und der Impuls gGmbH (Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung Landkreis Hameln-Pyrmont) zugestimmt, nachdem die Vereinbarung den Aufsichtsrat von Impuls gGmbH bereits Ende August passiert hatte.
Intention dieser verbrieften Zusammenarbeit ist eine abgestimmte Maßnahmeplanung:
Zukünftig soll es kein Nebeneinander mehr von gleichen und ähnlichen Angeboten geben, sondern bedarfsgerechte, gemeinsame Angebote mit dem einen Ziel, möglichst viele arbeitslose Menschen wieder erfolgreich in den Arbeitsprozess einzugliedern. Zukünftig werden sich Landreis und Arbeitsamt bei der Planung und Finanzierung von Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen abstimmen. Bei Impuls ist ein Eingliederungsbüro eingerichtet, das von Landkreis und Arbeitsamt mitgetragen bzw. mitfinanziert wird. Dort werden mit arbeitsfähigen Sozialhilfeempfängern und Langzeitarbeitslosen durch individuelle Beratung Gesamtpläne für die berufliche Eingliederung vereinbart.
Ziel ist es, jedem Sozialhilfeempfänger oder Langzeitarbeitslosen zeitnah eine Maßnahme anbieten zu können, die seinen individuellen Fähigkeiten und seinen arbeitsmarktlichen Perspektiven entspricht. Die örtlichen Sozialämter entscheiden in Abstimmung mit dem Landkreis in der Erstberatung über die Arbeitsfähigkeit eines Hilfeempfängers.

Sollte ein Hilfeempfänger trotz Arbeitsfähigkeit die Arbeit verweigern, wird die Sozialhilfe gekürzt oder gestrichen.
Impuls kann Beschäftigungslose in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln und dazu Lohnkostenzuschüsse bis 50% des Bruttoarbeitgeberlohns - maximal 1.200,- DM pro Monat - für ein Jahr bezahlen. Für jede Vermittlung erhält Impuls eine Prämie von 5.000,- DM vom Landkreis.
Auch das sogenannte Hamelner Modell wird geändert: Statt 100% werden zukünftig nur noch 80% als Höchstförderbetrag gewährt. Das Programm steht nicht mehr Personen offen, die sofort auf den ersten Arbeitsmarkt oder in eine Qualifizierung vermittelt werden können, damit berufliche Perspektiven dieses Personenkreises nachhaltig gefördert werden.
Darüber hinaus werden alle Maßnahmen des Landkreises in einem transparenten Verfahren an Qualifizierungsträger vergeben: Anfang Dezember 2000 wird der Landkreis ein Abstimmungsgespräch mit allen Anbietern in Hameln-Pyrmont führen.
In Zukunft soll Impuls gGmbH alle seine Kosten durch Einnahmen decken. Alle Partner hoffen, dass mit dieser neuen Kooperationsvereinbarung noch effizienter und flexibler gearbeitet und die Zahl der erfolgreichen Vermittelten weiter gesteigert werden kann.


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HAZ vom 21.12.2000
HAMELN-PYRMONT/ SPRINGE/ Auffanggesellschaft Kvaerner zieht Bilanz -
Fünf blieben vorerst ohne neue Stelle
Neue Beschäftigung für Bison-Mitarbeiter

Eine positive Bilanz hat die Auffanggesellschaft Kvaerner jetzt gezogen. Sie konnte vielen der ehemaligen Bison-Mitarbeiter wieder zu einer neuen Beschäftigung verhelfen.

"Das war eine prima Geschichte", fasst Peter Kurbjuweit von der Industriegewerkschaft (IG) Metall Hameln das Ergebnis der Auffanggesellschaft zusammen. Denn am 30. November dieses Jahres konnte die Gesellschaft ihre Arbeit abschließen. Die Bison-Werke in Springe waren von dem Kvaerner-Konzern übernommen und schließlich vor zwei Jahren geschlossen worden. Ein Teil der 400-köpfigen Belegschaft konnte in dem Standort in Hannover-Anderten wechseln. Für die anderen, vor allem älteren, Arbeitnehmer hatte Kvaerner jedoch keine Verwendung mehr.
Für die zu entlassenden Mitarbeiter gelang es dem Betriebsrat und der IG Metall mit der Konzernführung einen Sozialplan abzuschließen. Im Frühjahr 1999 übernahm die Impuls GmbH aus Hameln (damals noch der Verein "Aktion Beschäftigung") die Aufgabe, den Sozialplan umzusetzen. In der eigens gegründeten Auffanggesellschaft Kvaerner wurden die freigesetzten Mitarbeiter beraten, qualifiziert und bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle unterstützt. Die Qualifizierungskosten wurden vom Arbeitsamt Hameln getragen. Auch Kurzarbeitergelder und die von Kvaerner zu tragenden so genannten Remanenzkosten wie zum Beispiel Sozialversicherungsbeiträge flössen in das Projekt. Der Sozialplan sah auch vor, dass die Arbeit der Beschäftigungsgesellschaft noch verlängert werden kann, sofern genug Geld vorhanden ist.
Insgesamt 88 ehemalige Kvaerner-Beschäftigte, mehrheitlich im Alter zwischen 45 und 55 Jahren, wurden für ein Jahr bei der Auffanggesellschaft angestellt und konnten sich in dieser Zeit auf einen neuen beruflichen Weg vorbereiten.
Einige haben schon nach ersten Beratungsgespräch eine neue Arbeitsstelle gefunden, andere haben sich durch Praktika in den Betrieben der Region einen neuen Berufsweg eröffnet. Zwei ehemalige Mitarbeiter haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und für zehn Arbeitnehmer waren die vergangenen Monate eine Überbrückungsphase, weil sie in Rente gingen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Lediglich fünf ehemalige Kvaerner-Beschäftigte fanden bislang keine neue Stelle.
Erste Anfangsschwierigkeiten bestanden nach Auskunft von Andreas Zieseniss, Berater und Betreuer der Auffanggesellschaft darin, dass viele ehemalige Bison-Mitarbeiter Jahre lang im Ausland gelebt hätten und sich anfänglich gedanklich schwer taten, von einem angesehenen Traditionsunternehmen in einen kleineren oder mittelständischen Betrieb zu wechseln. Auch einige Arbeitgeber hätten zunächst Bedenken gehabt, die teilweise hoch qualifizierten oder spezialisierten Bison-Mitarbeiter einzustellen. Durch Betriebspraktika sei aber auch die Scheu auf beiden Seiten überwunden worden.
Kurbjuweit bezeichnete das Modell einer Auffanggesellschaft als überaus erfolgreich. Seiner Ansicht nach müsse es für den Fall einer Firmenschließung auch künftig entsprechende Notfall-Programme geben. Nach Meinung des IG Metall-Vorsitzenden fehle es auch an Programmen, vorübergehend in Schwierigkeiten geratene Betriebe aufzufangen, um ihnen durch eine Auffanggesellschaft zu ermöglichen, wieder auf demMarkt Fuß zu fassen.





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