Pressespiegel 2005

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HAZ vom 22.05.2005
Neue Jobs in der Erlebniswelt
Qualifizierungsmaßnahme von Beschäftigungsgesellschaft und EWR erfolgreich angelaufen

Dank einer Aktion der Erlebniswelt Renaissance (EWR) in Hameln ist für 15 erwerbslose Frauen und Männer das Ende der Arbeitslosigkeit in Sicht
VON ANDREAS ROSSLAN
HAMELN. Eine davon ist Danuta Wicher aus Bad Münder. Die 46 Jahre alte gebürtige Polin, die seit 16 Jahren zwischen Deister und Süntel lebt, war zwei Monate ohne Job. „Ich bin stolz, hier arbeiten zu dürfen", sagt die Münderanerin, die heute ihren ersten offiziellen Arbeitstag im Hochzeitshaus hat „Als ich im Dezember vergangenen Jahres gefragt worden bin, ob ich an der Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen will, habe ich spontan zugesagt." Die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen ist gelernte Schneiderin und hat viele Jahre in Springe gearbeitet.
„Als ich arbeitslos wurde, habe ich eine neue Herausforderung gesucht", sagt sie. Das Angebot der Hamelner Beschäftigungsgesellschaft Impuls, die die Ausbildung der Quereinsteiger gemeinsam mit EWR-Geschäftsführer Thomas Gersmeier initiiert hat, kam für sie genau zum richtigen Zeitpunkt. Neun Monate wurde sie für ihre neue Tätigkeit als Fachkraft im Dienstleistungs- und Tourismusgewerbe fit gemacht.
Neben der Vermittlung von historischen und kulturellem Wissen wurde in der Ausbildung viel Wert auf Service und Gästebetreuung gelegt. Auf den Stundenplan standen zudem Arbeitsrecht, Englisch, Erste Hilfe und Persönlichkeitstraining. Mit Englisch habe ich zwar noch Probleme, aber dafür kommt mir zugute, dass ich fließend Polnisch spreche", sagt Wicher.
Gefördert wurde die neunmonatige Qualifizierung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Eine Investition, die sich aus Sicht der Geldgeber lohnt. „Für die 15 Frauen und Männer bedeutet die erfolgreiche Ausbildung das Ende der Arbeitslosigkeit beziehungsweise die Möglichkeit, nach einer Babypause wieder in den Beruf einzusteigen", unterstreicht Impuls-Geschäftsführer Wolfgang Meier. Auch EU-Kommissionsmitglied Hans-Dieter Wiesner, der sich im März direkt vor Ort über das Projekt informierte, lobte das Modellprojekt, weil die Kursteilnehmer zielgerichtet auf eine spätere Beschäftigung hin ausgebildet würden. Mit Erfolg: Von ursprünglich 20 Frauen und Männer werden alle 15, die die Qualifizierungsmaßnahme mit Erfolg beendet haben, von der EWR als Voll- beziehungsweise Teilzeitkraft übernommen.
„Es ist doch grotesk, dass in unserer Gesellschaft Arbeitslose oft abgestempelt werden. Wir wollten den Menschen eine Chance geben, unabhängig davon, ob sie eine Ausbildung haben oder nicht und wie alt sie sind", sagt Gersmeier.

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DeWeZet vom17.06.2005
„Nicht marktfähig": Aus für Agentur für Kinderbetreuung
Equal-Projekt überlebte nur in Kreisen Schaumburg und Holzminden

Hameln-Pyrmont (hen). Aus für die „Agentur für Kinderbetreuung", kurz „Kiba", nach fast drei Jahren Laufzeit als EU-gefördertes Equal-Projekt: Die angebotene Leistung ist nicht marktfähig, ein (Weiter-)Betreiben ohne öffentliche Gelder nicht möglich. Ein „Schritt in die falsche Richtung", meint Wolfgang Meier, Geschäftsführer der Impuls gGmbH, angesichts der von vielen Seiten geforderten vermehrten gesellschaftlichen Anstrengungen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland zu erleichtern. Meiers Bilanz: „Einerseits war es nicht möglich, die Kosten allein durch Dienstleistungen für heimische Unternehmen zu erwirtschaften, andererseits ist es auch nicht gelungen, diese Kosten durch öffentliche Zuschüsse zu decken." Die Kiba habe Modelle für bedarfsgerechte Kinderbetreuungsangebote in den drei Jahren ihres Bestehens entwickelt, „die durchweg auf eine positive Resonanz gestoßen sind und hoffentlich nicht verloren gehen". Der Impuls-Geschäftsführer gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass es zurzeit Gegenstand vieler Diskussionen in den Kommunen ist, „wie auf die Anforderungen des neuen Kindertagesstättenausbaugesetzes künftig in unserer Region reagiert wird".
Allerdings gesteht Meier ein, dass die reinen Kiba-Zahlen „nicht berauschend" waren. Vor allem der Versuch, mit Unternehmen Kooperationsverträge abzuschließen, ist so nicht geglückt. Bedarf an einer Kinderbetreuung habe es vor allem bei den Empfängerinnen von Arbeitslosengeld II gegeben, die ohne eine Betreuung ihrer Kinder die angebotene Arbeit nicht hätten aufnehmen können. Diese Betreuungskosten muss bei Bedürftigen der Landkreis übernehmen.
Ziel des Equal-Projektes, das in den drei beteiligten Landkreisen Schaumburg, Holzminden und Hameln-Pyrmont gestartet ist, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können, war es, dass sich die Kibas während der Projektlaufzeit nachhaltig etablieren, um unter dem Aspekt der Beschäftigungsförderung Arbeitsplätze für Frauen zu schaffen und auch nach Ende des Projektes bestehen zu können. Während jetzt das Aus für die Hameln-Pyrmonter kam, wird die im Landkreis Schaumburg neu entstandene Kiba dem Jugendamt angegliedert und hier die Vermittlung der Tagespflege übernehmen.

Der seit 30 Jahren bestehende Verein Kinderbetreuung in Holzminden konnte aufgrund der Förderung durch Equal und die damit verbundene Absicherung von Kosten während der Projektzeit seine Personalsituation verbessern. Die Jugendämter der Stadt Holzminden sowie der umliegenden Gemeinden beabsichtigen, den Verein Kinderbetreuung gemeinsam zu unterstützen.
„Zwar rufen viele Eltern bei den Kibas an, um sich über die Vermittlung von Betreuungsangeboten zu informieren und beraten zu lassen, die Anzahl der Vermittlungen ist jedoch viel zu gering, um eine Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten", heißt es im Hameln-Pyrmonter Tätigkeitsbericht. Die Einnahmen für Vermittlungstätigkeit lagen 2003 bei etwa 1000 Euro. Insgesamt wurden während der Projektlaufzeit 1119 Beratungen durchgeführt, 700 Anfragen nach Betreuungsangeboten angenommen. Vermittlungen kamen jedoch nur in 300 Fällen zustande.

Tagespflege über Mutterzentrum
In allen drei Landkreisen kam es insgesamt nur zu zwei Kooperationsvereinbarungen zwischen Kibas und Unternehmen. Während der Projektdauer wurden etwa 900 Beratungen von potenziellen Betreuungskräften durchgeführt, aber nur etwa 250 davon wurden in die Karteien der Kibas aufgenommen. An den Qualifizierungen für Tagesmütter nahmen in Holzminden 90 Frauen, in Schaumburg 26 und in Hameln ebenfalls 26 teil. Von den 26 Frauen in Hameln machten 13 bei einem Kolloquium mit, um ein Zertifikat zu erhalten. Im Landkreis kooperiert die Kiba seit 2004 mit dem Mütterzentrum Hameln, das die Tagespflege im Auftrag des Jugendamtes wahrnimmt. Das Mütterzentrum vermittelt auch nach Ende des Equal-Projektes Tagesmütter (Tel. 05151/958106).



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DeWeZet vom 17.06.2005
Nach Hartz IV: Zukunft von Impuls ist ungewiss: Letzte Eingliederungsbilanz vorgestellt /
Geschäftsführer fordert, Potenzial auch künftig zu nutzen


Hameln-Pyrmont (hen). Für Geschäftsführer Wolfgang Meier steht die Beschäftigungsgesellschaft Impuls vor einer ungewissen Zukunft: Durch Änderungen von Zuständigkeiten, die Hartz IV mit sich bringt, ist der gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung des Landkreises Hameln-Pyrmont ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit entzogen worden. Zudem hat Meier „ganz aktuell die Sorge, dass die Menschen durch das Maschennetz fallen, die durch Impuls betreut worden sind". Wer nicht in den 1. Arbeitsmarkt integriert werden konnte, fand Beschäftigung beispielsweise bei Gemeinden und Kommunen. So wurde auch Geringqualifizierten eine sinnvolle Arbeit gegeben. Im Ausschuss für Gesundheit und Soziales des Landkreises appellierte Meier, diese Chance auch künftig zu nutzen: Wenn die Arbeit, von Impuls anerkannt und Geld bei der Arge (Arbeitsgemeinschaft Job-Center, die Red.) vorhanden ist, müsste es auch möglich sein, verbindliche Vereinbarungen mit uns zu treffen." Trotz vorhandener Rahmenbedingungen bleibe auch vor Ort noch Handlungsspielraum.
Es war zugleich das letzte Mal, dass Meier im Ausschuss die Eingliederungsbilanz vorlegte. Zum 1. Januar 2005 wurden bekanntlich die bisherige Sozialhilfe und die Arbeitslosenhilfe zum Arbeitslosengeld II (Alg II) zusammengeführt. Dabei ging die Zuständigkeit für die Integration von (ehemaligen) Sozialhilfeempfängern vom Landkreis beziehungsweise Impuls an die Arge über. Die Eingliederungsbilanz wird im nächsten Jahr also vom Job-Center erstellt werden.
Mitarbeiter sind verunsichert
Impuls-Mitarbeiter sind inzwischen zum Großteil in das Job-Center gewechselt. Die verbliebenen Kollegen seien verunsichert, erklärte Meier angesichts der ungewissen Zukunft von Impuls. Wer die Chance zum Arbeitsplatzwechsel habe, der nutze sie.
Die Einführung des Alg II machte sich bereits 2004 in der Beratung des Eingliederungsbüros bemerkbar. Zwei Tendenzen würden in der Bilanz deutlich, so Meier: Einmal wirke sich der verschlechterte Arbeitsmarkt aus, zum anderen gebe es immer mehr Menschen, die nicht die richtige oder gar keine Qualifikation vorzuweisen hätten.
Mit 690 Erstberatungen (darunter 267 unter 25-Jährige) ist ein erheblicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, denn 2003 waren es noch etwa 1.000 Neuaufnahmen. Neben dem niedrigen Bildungsniveau sei die Vorbereitung der Sozialhilfeempfänger auf den Arbeitsmarkt und damit auch ihre spätere Vermittlung schwierig, weil die Betroffenen kaum mobil sind, keinen Führerschein und meist kein Fahrzeug haben. Ein großes Problem seien mangelnde Sprachkenntnisse und gesundheitliche Einschränkungen. Im Jahr 2004 waren zusätzlich im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Equal mit EU-Fördermitteln verschiedene Projekte durchgeführt worden (wir berichteten).
Durch die Impuls-Aktivitäten nahmen 420 Sozialhilfeempfänger im Jahr 2004 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf - das entspricht in etwa dem Vorjahresergebnis (418 Arbeitsaufnahmen). 83 wurden in den 1. Arbeitsmarkt vermittelt (Vorjahr: 119), 171 waren in Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen (219), das Hamelner Modell nutzten 166 (80) Personen. Während die Vermittlung in Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse den Stand des Vorjahres erreicht hat, ist die Integration in den 1. Arbeitsmarkt aufgrund des angespannten Arbeitsmarktes von 185 Vermittlungen im Jahr 2003 auf 152 im Jahr 2004 gesunken. Dagegen konnten mit Hilfe des Bundesprogramms „Arbeit für Langzeitarbeitslose" zusätzliche Beschäftigungsmaßnahmen gefördert werden, so dass sich die Arbeitsaufnahmen in diesem Bereich von 80 in 2003 auf 166 mehr als verdoppelt haben.
Auch das Impuls-Jahresergebnis könne sich vor dem Hintergrund erschwerter Bedingungen sehen lassen, meinten die Politiker. Für die FDP versicherte Heinrich Fockenbrock, Impuls sei nach wie vor unverzichtbar. Alfred Hodek (CDU) fragte die Verwaltung, was zu tun sei, um Impuls weiterhin mit Aufgaben zu betrauen. Heidi Pomowski, Mitglied im Verwaltungsrat der Arge und im Aufsichtsrat von Impuls, versicherte, dass der Landkreis dafür kämpfen werde, ,dass diese Dinge ihren Platz finden". Die Arbeit sei erst im Aufbau, es sei ein zähes Ringen, „aber wir nähern uns an". Es gebe auch Gespräche mit den Landkreisen Holzminden und Schaumburg; in letztgenanntem wird derzeit eine Kooperation ausgearbeitet.

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DeWeZet vom ohne Datum
Neue Jobs für Langzeitarbeitslose
Lob für Impuls-Qualifizierungsmaßnahme / Fachkräfte für die Erlebniswelt

Hameln. Vertreter der Brüsseler Generaldirektion für Beschäftigung der EU-Kommission unter der Leitung des Bevollmächtigten Hans-Dieter Wiesener haben zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums und der N-Bank die Impuls gGmbH in der Werkstraße und die Baustelle der Erlebniswelt Renaissance (EWR) im Hamelner Hochzeitshaus besucht.
Anlass für den Besuch in Hameln war eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme, die Impuls in Kooperation mit der Erlebniswelt Renaissance derzeit durchführt. In der Maßnahme werden ehemalige Arbeitslose für eine künftige Tätigkeit an den EWR-Standorten gezielt qualifiziert und vorbereitet – mit der Aussicht auf anschließende Einstellung. Gefördert wird dieses Projekt unter anderem aus Mitteln des EU-Sozialfonds.
Die Besuchergruppe nahm unter anderem am Unterricht in der Qualifizierungsmaßnahme teil und diskutierte mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
EU-Vertreter Wiesener und Eberhard Franz aus dem Wirtschaftsministerium zeigten sich gegenüber EWR-Geschäftsführer Thomas Gersmeier und Impuls-Geschäftsführer Wolfgang Meier angetan von der gelungenen Verknüpfung von Wirtschaftsförderung und Arbeitsmarktförderung und lobten den Leistungsstand der erst seit zehn Wochen laufenden Maßnahme.
„Jeder in Arbeit vermittelte Langzeitarbeitslose ist ja heute schon ein Erfolg. Das Hamelner Projekt zeigt uns aber, wie mit zielgerichteter Qualifikation auch neue Arbeitsplätze für ehemals Langzeitarbeitslose entstehen können", so Wiesner abschließend. Übrigens: Für interessierte Arbeitslose (ALG II) stehen noch zwei Nachrückerplätze zur Verfügung. Infos gibt es bei Impuls.


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